01.10.2019

Hans-Georg Maaßen

Deckel auf Topf

Der ehemalige Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen hat einen neuen Job: Heute stößt er als Rechtsanwalt zur Kölner Kanzlei Höcker hinzu. Na denn: viel Vergnügen!

Hans-Georg Maaßen: neuer Job. Foto: Bundesamt für Verfassungsschutz

Unbekannt sind sie beide nicht: Ralf Höcker vertritt gern Prominente, die keine Medienberichterstattung über sich wünschen, sowie die AfD. Hans-Georg Maaßen leitete das Bundesamt für Verfassungsschutz, stolperte über die Chemnitzer Krawalle und reagiert überaus sensibel auf kritische Berichterstattung. Höcker und Maaßen sind eng mit der CDU-nahen Werte-Union verbunden. Und ab heute gehen sie auch beruflich gemeinsame Wege, wie Tagesschau.de herausfand. Hans-Georg Maaßen gehört jetzt als Rechtsanwalt zur Kanzlei Höcker.

 

Maaßen und Höcker passen gut zusammen. Im September 2018 sah Maaßen eine große Desinformationskampagne im Zusammenhang mit dem Video von der Chemnitzer Hetzjagd. Deren Verursacher standen für ihn fest: die Medien und die sozialen Netzwerke. Wenig später machte er erneut Schlagzeilen: Den Medien wollte Maaßen partout nicht sagen, mit wem von der AfD er sich getroffen hatte und worüber gesprochen wurde. Der Tagesspiegel erstritt daraufhin vor Gericht Auskünfte.

 

Auf Maaßens neuen Kompagnon Ralf Höcker sind viele Journalisten auch nicht gut zu sprechen. Denn Höckers Spezialität ist es, Journalisten schon während der Recherche ausführlich darüber zu belehren, welche juristischen Folgen eine Veröffentlichung unweigerlich nach sich zieht.

 

Da treffen also die Richtigen aufeinander. Journalisten und Verlagsjustitiare müssen sich wohl warm anziehen. Aber das ist bei kritischen Themen ja sowieso ratsam.

 

Ein Kommentar von Hendrik Zörner