14.10.2019

IQ-Herbstforum

Die Suche nach Qualität

Wie steht es um die Qualität im Journalismus? Wie lässt sie sich auf Dauer sichern und ausbauen? Das sind die Fragen, denen heute das Herbstforum der Initiative Qualität im Journalismus nachgeht. Sie sind aktueller denn je.

Das Attentat von Halle war gerade erst geschehen, als die Diskussion einsetzte, was Medien dürfen und welche Fehler in der Berichterstattung gemacht wurden. Durfte das Video gezeigt werden, das der Attentäter von seiner grauenhaften Tat selbst machte? Klare Antwort quer durch die Branche: nein. Schwieriger wurde es bei der Frage, ob Ausschnitte gezeigt werden durften oder besser gar kein Bildmaterial. Die Redaktion des ZDF-heute journals etwa entschied sich dagegen, auch nur eine einzige Videosekunde zu senden.

 

Thema der Diskussionen war immer wieder, wie weit die Informationspflicht von Medien reicht und wo sie Gefahr laufen, unfreiwillig das Geschäft von Mördern zu machen, die die Öffentlichkeit suchen. Einfache Antworten gibt es da nicht, denn jeder einzelne Fall ist anders gelagert. Aber es gibt Richtlinien wie den Pressekodex des Deutschen Presserats und Qualitätskriterien, die Journalistinnen und Journalisten kennen und anwenden müssen. Das wiederum kann nur passieren, wenn Medienhäuser Wert auf journalistische Qualität legen und ihren Mitarbeitern die Ressourcen zur Verfügung stellen, die notwendig sind, um das eigene Know-how ständig aktuell zu halten.

 

Was noch erforderlich ist und wie Forderungen nach mehr Qualität mit Leben gefüllt werden können, wird heute auf dem IQ-Herbstforum beim Deutschlandradio in Berlin diskutiert. Um 11 Uhr geht's los.

 

Ein Kommentar von Hendrik Zörner