25.10.2019

Pressemitteilung

Kritische Stimmen aus der Kulturszene

In einer Befragung zur Zukunft des rbb-Kulturradios äußertensich zahlreiche Leiter*innen von Kultureinrichtungen der Region zum künftigen Profil, zu Stärken und Schwächen der Welle.

Dabei wurde auch Kritik an den geplanten Kürzungen im Programm laut. Bei rbbKultur soll in den kommenden Jahren eine Million Euro gekürzt werden - das sind rund 20 Prozent des verfügbaren Programmetats.

 

Gegenüber JVBB-Online erklärte Philipp Harpain, Leiter des GRIPS Theaters Berlin: „Als Kinder- und Jugendtheatermacher bekomme ich täglich die Kraft der Kultur mit und genau deswegen bin ich sehr dankbar für einen Sender, der sich exklusiv um die Kultur kümmert. Ausgerechnet hier zu kürzen, fände ich mehr als fatal. Erst recht in Zeiten des erstarkenden Rechtspopulismus, dem wir unbedingt eine starke Kultur entgegensetzen müssen.“

 

Manuel Soubeyrand, Intendant der Neuen Bühne Senftenberg erinnert nachdrücklich in seinem Statement an die Verantwortung des rbb: „Ihr lieben Verantwortlichen, Ihr wisst doch, in welchen irrsinnigen und gefährlichen Zeiten wir leben. Da dürft Ihr als 4. Gewalt in der Demokratie nicht kürzen, Euch nicht demontieren, Euch und damit die Demokratie schwächen! Stärken müsst Ihr Euch! Verspielt nicht unsere Zukunft!“

 

Die Kulturverantwortlichen äußerten zugleich unterschiedliche Erwartungen an das Programm. So bekräftigte Matthias Schulz, Intendant der Staatsoper Unter den Linden: "Kultur braucht unbedingt einen zentralen Platz beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk! Dabei sind gerade journalistische Wortbeiträge – und nicht nur Musik – wichtig, um Diskussionen anzustoßen, über das kulturelle Leben und Entwicklungen zu informieren sowie gesellschaftliche Themen zu reflektieren.“.  André Nicke, Intendant der Uckermärkischen Bühnen Schwedt, lässt auch Kritik am bestehenden Programm erkennen: "Ein Radio, das breiter interessieren sollte, sollte ein Radio sein, das nach draußen geht, das Atmosphäre atmet, das aus ALLEN Regionen berichtet, das seinen „A...  hochkriegt", das dran ist, das polarisiert – weg vom „Gepflegt sein", weg vom „intellektuell Wohlgesetztem" – dennoch mit breit aufgestelltem Bildungskanon im Hintergrund.“.

 

Dietmar Schwarz, Intendant der Deutschen Oper Berlin erinnert: „Damit ein 'Kulturradio' seinen Namen verdient, sind kluge, kritische Köpfe gefragt, die das Kulturleben der Region begleiten mit Recherchen, Interviews, Diskussionsrunden, Rezensionen und dem, was die aktuelle Berichterstattung interessant macht.

 

JVBB-Online ist das Internetangebot des Journalistenverbands Berlin Brandenburg (JVBB). Der JVBB und DJV Berlin haben am 18. Mai haben ihre Fusion beschlossen.

 

Zu den vollständigen Statements hier.

 

Zur vollständigen Pressemitteilung ⬇